Martin Rees, Unsere Zukunft. Perspektiven für die Menschheit

„Wir sind in eine Epoche eingetreten, die einige Geologen als das Anthropozän bezeichnen.“ Dieser Satz aus der Einleitung gibt den Rahmen für das Buch und die Themen ab. Die großen Themen der Menschheit werden von Martin Rees gestreift in einer Reihe von Beiträgen aus den letzten Jahren.

Beim Lesen merken wir sehr schnell, daß er viele Probleme von heute aus naturwissenschaftlicher Sicht gut benennen kann und andererseits ein Bürger seiner Gesellschaft ist, wenn er eher für Atomkraft und für Bürgerstiftungen wie die von Bill Gates plädiert.

Wie aktuell allein sein Wissen über aktuelle Probleme ist, merken wir, wenn wir die Schilderung über die „Funktionsgewinn-Experimente“ lesen. Die Regierungen verändern Viren, um bei Mutationen eher Impfstoffe herstellen zu können. Dabei ist es „verblüffend einfach“ Viren virulenter und  leichter übertragbar zu machen (60).

Was er hier noch für die Vogelgrippe beschreibt, läßt uns aktuell direkt an Corona denken.

So ist dieses Buch so aktuell wie standortgebunden – auf jeden Fall aber ein weiter Wurf auf einem großen Feld.

Wie schreibt der Verlag?

„Zeit für eine Wende: Herausforderungen im Erdzeitalter des Menschen

Die Menschheit ist an einen kritischen Punkt gelangt. Zum ersten Mal ist eine Spezies so mächtig und dominant, dass sie die Zukunft der Erde in der Hand hat. Unsere Epoche wird daher auch als Anthropozän, das Erdzeitalter des Menschen, bezeichnet. Die Umwelt verändert sich durch den Menschen dra­matisch. Wir müssen jetzt handeln, um unsere Zukunft nicht aufs Spiel zu setzen.

Der renommierte Kosmologe und „Astronomer Royal“ Martin Rees hat sich eingehend mit den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts beschäftigt:

Risiken durch Klimawandel, Umweltzerstörung, eine wachsende Weltbevölkerung und nukleare Bedrohungen
Veränderungen in der Arbeitswelt, auf die Politik und Wirtschaft reagieren müssen
Chancen, die Biotechnologie, Cybertechnik, Robotik und Künstliche Intelligenz bieten
Neue Perspektiven, die durch die Raumfahrt eröffnet werden
Die Zukunft liegt in unseren Händen: wie Wissenschaft und Politik unser Überleben sichern können

Unsere Zukunft ist an die Entwicklung der Wissenschaften gebunden – ob wir uns unser eigenes Grab schaufeln oder weiterleben, hängt davon ab, wie wir die technologischen Fortschritte nutzen. Wie können wir sicherstellen, dass wissenschaftliche Erkenntnisse zum Wohle aller eingesetzt werden? Durch die globale Vernetzung werden wir als Individuen und als Gesellschaft angreifbarer und verletzlicher. Was müssen Wirtschaft und politische Systeme tun, um uns zu schützen? Brauchen wir neue länderübergreifende Institutionen?

Wenn wir die Herausforderungen global, kollektiv und optimistisch angehen, hat die Menschheit eine Chance. Martin Rees ist zuversichtlich, dass es der Menschheit mithilfe der Wissenschaft gelingt, die Krisen der Gegenwart zu bewältigen. Sein Buch ist ein leidenschaftlicher Appell zum Handeln. Gestalten wir die Zukunft!

Aus dem Engl. von Martina Wiese. 2020. 191 S., Bibliogr. u. Reg., 13,5 x 21,5 cm, Fadenh., geb. wbg Theiss, Darmstadt.“

Sein letzter Satz lautet „Wir müssen global denken …..geleitet von Werten, deren Ursprung nicht allein in der Naturwissenschaft liegen kann.“

Na dann – viel Spaß beim Lesen!

Das Buch ist bei wbg Theiss erschienen.

 

 

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