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Die Seidenstrasse von Susan Whitfield (Hg.)

Man kann den Zauber dieses Buches kaum in Worte fassen. Das Wort Seidenstraße dient dabei als Metapher, um den Zusammenhang von Völkern und Kulturen zwischen Handel und Wandel auf der Welt darzustellen.

„Es gibt keine Seidenstraße. Der Name ist eine moderne Bezeichnung, die erst sein dem ausgehenden 20. Jhrdt. gebräuchlich ist, wenn über Handel und interkulturellen Austausch im gesamten afrikanisch-eurasischen Raum von etwa 200 v.Chr. bis 1400 n.Chr. gesprochen wird…. Von zentraler Bedeutung für die Seidenstraßen ist die Interaktion über Grenzen hinweg …. Wo immer möglich, wurden für geografische Räume beschreibende Namen verwendet, wie etwa Westasien, Iranisches Hochland oder Tarimbecken; viele davon haben zwangsläufig historische und politische Konnotationen oder werden manchen Leser konsternieren… Benennung ist oft ein Akt der Aneignung. Aber ein Buch verlangt dennoch eine Struktur.“

Diese Sätze von Susan Whitfield zeigen den Rahmen und die Größe. Das Buch ist mitten aus dem Leben und der Forschung und zeigt uns unsere Welt in allen Richtungen.

Das Buch lebt von der Toleranz und zeigt, wozu wir fähig sind, wenn wir uns alle in unserer Verschiedenheit zusammentun, um als Menschen gemeinsame Werke zu vollbringen.

Es ist so voll mit Wissen, Themen, Bildern, Fotos und Texten, daß man immer wieder darin lesen und schauen möchte.

Am Anfang sieht man Karten aus früheren Zeiten in einer ungeheuer guten fotografischen Abbildungsqualität, die Lust auf eine Lupe machen, um noch mehr darin zu entdecken.

Dann wird es detailliert und wir wechseln zwischen fotografischen Detailaufnahmen von Ausgrabungen und Übersichten von Landschaften, Bauten und thematischen Fotos, die umgeben sind von interessanten Texten.

„Gold ist nur das Erz unter rostbrauner Erde, erst ausgegraben wird es zur Zier der Krone. Wenn ein Gelehrter sein Wissen nicht preisgibt, erhellt seine jahrelang verborgene Weisheit nichts.“

Diese Sätze sind von Yusuf Balasaguni (1020-1070) und aus dem Altuigiruischen ins Englische und nun ins Deutsche übertragen. Sie finden sich in dem Buch und können in vielfacher Weise als Motto dienen.

Denn das von Frau Whitfield herausgegebene Buch erhellt mit seiner Weisheit das eigene Denken und erweitert ungemein den eigenen Horizont, weil es vieles enthält, was so sonst nicht lesbar und sehbar wäre.

Und es zeigt, was Dokumentarfotografie auch sein kann: die wichtige Dokumentation von Details und Darstellungen, die man nicht in Worte fassen kann.

Es ist ein ganz besonderes Buch, weil es die Nähte der Welt zeigt, die Antworten geben und Verstehen lernen bei der Beurteilung von all dem, was wir weltweit sehen und erleben können.

Der Verlag schreibt dazu:

Wo das Gras den Himmel berührt: ein Porträt der alten Seidenstraße

Die Seidenstraße war seit der Antike einer der wichtigsten Handelswege für Seide, Gewürze, Glas, Edelsteine und Metalle. Über diese Transferroute verbreiteten sich auch Kultur, Religion, Kunst und Know-How, wie die Kenntnis von Papier und Schwarzpulver, von Asien nach Europa

Die Spezialistin für Zentralasien Susan Whitfield bereiste die Regionen der Seidenstraße intensiv. In ihrem außergewöhnlichen Text-Bildband verbindet sie ihre persönlichen Erlebnisse mit ihren Forschungsergebnissen zu einer lebendigen Schilderung. So entsteht ein einzigartiges archäologisches, kunst- und wirtschaftshistorisches Portrait der Seidenstraße.

  • Lebendige Geschichte: umfassende Darstellung der Wechselbeziehung zwischen Europa und Asien seit der Antike bis in die Frühe Neuzeit
  • Wirtschaft, Kultur, Religion und Know-How: jedes Kapitel enthält detaillierte Karten, einen historischen Überblick und Erläuterungen der archäologischen Highlights, Kunst und Bauwerke
  • Die Seidenstraße erleben: nach den Landschaftsräumen geordnet reisen Sie als Leser auf diesem alten Handelsweg mit
  • 500 atemberaubende Fotografien und detaillierte Karten illustrieren diesen beeindruckenden Text-Bildband

Über Wüsten, Steppen und Gebirge – eine zweitausendjährige Handels- und Kulturgeschichte

Vor den frühneuzeitlichen Entdeckungen der Seewege nach Indien waren die beiden Kontinente Europa und Asien über Handelsrouten zu Land miteinander verbunden. Als alte Seidenstraße wird ein weit reichendes Wegenetz bezeichnet, das von China aus über die Mongolei, die Taklamakan-Wüste, das Pamirgebirge und Afghanistan bis in die Levante führte.

Susan Whitfield zeigt, wie intensiv der Wirtschafts- und Kulturtransfer schon seit der Antike zwischen Asien und Europa verlief und welche Auswirkungen dies auf die europäische Geschichte hatte. Mit diesem ausführlichen Sachbuch erlangen Sie als geschichts- und kulturinteressierter Leser neue Einblicke in die Geschichte Europas und den globalen Handel.“

Es ist in der WBG erschienen.

Whitfield, Susan (Hrsg.)
Die Seidenstraße
Landschaften und Geschichte

978-3-8062-3997-3

 

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