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Published on Dezember 29th, 2010 | by Michael Mahlke

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Der Blick über die Schulter von George Barr

Das Buch „Der Blick über die Schulter. Anspruchsvolle Fotografie und Bildbearbeitung – Von erstklassigen Beispielen lernen“ von George Barr ist ein echtes Arbeitsbuch.

Eigentlich ist es eine Einführung in die Arbeitsweise eines „Fine-Art-Fotografen“ wie George Barr in der Einleitung schreibt. Wenn man das Buch aber länger nutzt, dann fragt man sich, ob es nicht eher eine Einführung in die Fotokunst ist.

„Der Fine-Art- oder Hobbyfotograf geht ohne Zeitdruck an ein Bild heran. Jedes Bild ist ein Unikat und der Kunde er selbst.“ Diese Aussage von Barr bestimmt die Richtung des Buches.

Und dann geht George Barr in 23 Kapiteln auf sehr viele Themen ein, die er bearbeitet. Er stellt immer seine Sichtweise und seine Arbeitsweise vor und gibt dadurch die Möglichkeit, eine eigene Meinung zu entwickeln.

Das Buch ist eigentlich eine zeitlose Einführung in die Kunst der digitalen Fineartfotografie. George Barr sieht das Geheimnis der Fineart-Fotografie bearbeitungsmäßig vor allem in der Umsetzung lokaler Korrekturen. Dabei ist für ihn Photoshop das Mittel der Wahl.

Das ist natürlich eine durchaus diskussionswürdige Sichtweise. Ich persönlich halte Programme wie Photoshop Elements 9 oder Capture NX2 mit der U-Point-Technologie für ebenso praktikabel.

Es ist ein Buch, was man in jeder Phase seines fotografischen Wissens nutzen kann. Wer keine Erfahrung mit Fotografie und keine Erfahrung mit Bildbearbeitung hat, der erhält mit diesem Buch eine echte Herausforderung, die zu einem höheren Niveau führen kann, wenn man sich länger und intensiv mit der Software und seinen Ansichten beschäftigt.

Wer Erfahrung mit Software hat und seine Bildtechniken verbessern will, der erhält mit diesem Buch eine wunderbare Anleitung für besseres Sehen und Arbeiten. Und wer viel Erfahrung mit Software und Fotografie hat, der erhält hier eine gut fundierte und klar positionierte Sichtweise für die Beurteilung von Fineart.

Besonders gut finde ich, dass er nur Beispiele benutzt, die jeder bei sich zu Hause auch realisieren kann. Er zeigt, wie aus jedem Motiv etwas fotografisch Hochwertiges erstellt werden kann. Damit hebt er sich wohltuend von all den vielen Fotografen und Fotografinnen ab, die uns immer in die entlegensten und spektakulärsten Orte und Ereignisse entführen, um dann mit Fotos aufzuwarten, die kein normaler Fotograf jemals erstellen kann. Und er zeigt, dass es nicht nur eine Kamera und eine Marke gibt, mit der man angeblich nur gute Fotos machen kann. Nein, man kann mit sehr vielen kleinen und grossen Kameras vieler Hersteller und an den Orten des eigenen Alltags Motive finden, die als Ergebnis hochwertige Fineart-Fotografie hervorbringen. Weil er dies so schön zeigt, allein deshalb würde ich George Barr am liebsten einen Orden für dieses Buch verleihen. Den hat er sich verdient.

George Barr druckt seine Bilder selber aus und verkauft sie. Daher ist sein Ziel, ein Bild zu erstellen, welches im Ausdruck genau dem entspricht, was er sich bei der Bearbeitung vorgestellt hat.

Daher hat dieses Buch eine besondere Note. Es zeigt Fotografinnen und Fotografen auch, wie man Geld verdienen kann und vor allem, mit welchen Qualitätskriterien man auch eine Preisgestaltung vornehmen kann. Es wird nämlich sehr deutlich, dass bei der Fineartfotografie das Herausarbeiten eines eigenen Stils und der damit verbundene Arbeitsaufwand eine konkrete künsterlische und preisliche Beschreibung zulassen. Und das ist natürlich etwas ganz besonderes.

Der Dpunkt-Verlag hat mit diesem Buch eine wirklich gelungene Kombination verwirklicht, nämlich das erste Buch von George Barr über „Besseres Fotografieren“ mit einem fotografischen Arbeitsbuch zur Fotokunst gekopppelt. Das ist sehr selten und sehr gut.

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About the Author

Der Autor hat vor, während und nach dem Studium als Dozent in der Erwachsenenbildung gearbeitet, u.a. für die Bundeswehr, die Arbeitsagentur und das Gesamtdeutsche Institut. Er war Leiter einer privaten Wirtschaftsschule und Geschäftsführer einer sozialen Organisation und Berater für die Umsetzung von Arbeit und Alter in Arbeitsprozessen. Er organisierte betriebliche Umstrukturierungen, leitete Konferenzen, schrieb Reden und coachte bzw. begleitete viele Jahre Menschen und Gruppen. Schwerpunkte dabei waren Übergänge, Arbeit und Alter, Konfliktbewältigung und neue Medien. Er ist Publizist, Autor diverser Bücher, Fachvorträge und Artikel und seit ca. zehn Jahren in den Online-Medien unterwegs, erst mit Texten und nach Studien über Cartier-Bresson auch mit Fotos und diversen multimedialen Reportagen.



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